Archives for October 2009

War Tycho Brahe Kopernikus-Fan?

Tycho Brahe

Tycho Brahe


Erste Leserrezension zu unserem Buch auf Amazon. Der Rezensent gibt vier von fnf Punkten, bemngelt aber: “Es ist unklar wieso z.B. Tycho Brahe als ‘Fan’ von Kopernikus bezeichnet wird. Tycho Brahe war stets gegen das Kopernikanische Modell.”

Tatschlich hat Brahe ein eigenes Modell des Universums vorgeschlagen: das geoheliozentrische Weltbild, einen Zwitter zwischen Ptolemischem und Kopernikanischem Entwurf. Die Erde ruht laut Brahe im Zentrum des Weltalls (wie bei Ptolemus) und wird von der Sonne und dem Mond umkreist, alle anderen Planeten kreisen aber (wie bei Kopernikus) um die Sonne. Trotzdem hat Brahe Kopernikus respektiert und verehrt. So schreibt der dnische Historiker Helge Kragh in Conceptions of Cosmos: “In 1574-75 Tycho gave a series of lectures at the University of Copenhagen in which he introduced the new world system of Copernicus ‘the second Ptolemy’, as he called him. He had much praise for the theory of the Polish astronomer and stated that he would deal in his lectures with the motion of the planets according to Copernicus and using his parameters; but, significantly, he would transfer them to an Earth at rest.”

Tycho Brahes Skizze des Universums

Tycho Brahes Skizze des Universums

Die Woche auf Twitter

Humanistischer Pressdienst

Schrdingers Katze: tot in der einen, lebendig in der anderen Welt?

Die Humanisten widmen sich der Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik:

“Die meisten Quantenphysiker sind auch heute noch von der umfassenden Gltigkeit der Quantenmechanik berzeugt. So wird die Debatte um ein neues Welt- und Menschenbild auf der Grundlage ihrer Daten keineswegs nur von Freaks gefhrt. Die Konstruktion von Paralleluniversen, die es ermglicht, die quantenphysikalischen Beobachtungen der Experimentalphysiker irgendwie logisch zu erklren, bringt im Gegenteil auch Philosophen und Physiker dazu, sich Gedanken ber die Konsequenzen eines auf der Quantentheorie beruhenden Multiversums zu machen. Was hat die Erkenntnis, gleichzeitig mehrere Existenzen in parallelen Universen zu fhren fr Auswirkungen auf unser Selbstverstndnis, unsere Freiheit und unsere Sicht der Realitt und ist vielleicht sogar eine ganz neue und andersartige Ethik notwendig? Das sind Fragen, mit denen sich diese Theoretiker auseinandersetzen (vgl. z. B. in Die verrckte Welt der Paralleluniversen, Mnchen 2009, von Tobias Hrter und Max Rauner).

Wer am Sinn solcher berlegungen zweifelt, muss sich mit starken Gegenargumenten auseinandersetzten. So erklrt etwa der Quantenphysiker David Deutsch: Die Quantentheorie paralleler Universen ist () keine mhsame mgliche Deutung, die sich aus geheimnisvollen theoretischen berlegungen ergibt. Sie ist die einzig vertretbare Erklrung einer bemerkenswerten und der Erwartung zuwiderlaufenden Wirklichkeit (Die Physik der Welterkenntnis, Auf dem Weg zum universellen Verstehen, Mnchen 2000).”

Schne alte Welt

Hubbles Sicht der Dinge  Credit: Nasa

Das Magazin Seed lsst uns mit einer schnen Diaschau an den Rand des Universums reisen. Die Bilder stammen aus dem Buch “Far out” von Michael Benson (Solche Bildbnde erfreuen auch die Verlage: die Fotos sind kostenlos). Schade, dass von da drauen niemand zurckfotografiert hat.

Tweets vom 21. Oktober

Saboteure aus einem anderen Universum

Der Atlas-Detektor des LHC - (Foto: Cern)

Rtselhafte Dinge ereignen sich in Genf. Dort wurde die grte Maschine aller Zeiten gebaut, die Teilchenschleuder LHC am Teilchenforschungszentrum CERN. Vor einem Jahr sollte sie starten. Sollte. Sie funktionierte nicht ein Leck in der Khlung der supraleitenden Magneten.
Seither versuchen die Physiker, den LHC zu reparieren. Immer wieder kndigen sie einen neuen Startversuch an, immer wieder verschieben sie den Termin. Verschwrungstheorien kommen auf. Gerade wurde ein CERN-Physiker festgenommen, der mit der al-Qaida zusammengearbeitet haben soll. Zwei angesehene Physiker uerten eine noch verwegenere Vermutung: Einflsse aus der Zukunft sabotieren den LHC. Die Natur strubt sich gegen ihre Erforschung. Dazu passt, dass einst auch das vorige groe Beschleunigerprojekt scheiterte, der Supraconducting Supercollider SSC.
Noch schner finden wir die Theorie des engischen Astrophysikers John Gribbin: Er spekuliert, dass die Ordnung des Multiversums den LHC am Betrieb hindert. Vielleicht zu unserem Glck, sinniert Gribbin. Denn die Wucht, mit der der LHC Teilchen aufeinander schiet, knnte Schwarze Lcher erzeugen, die unseren Planeten und das ganze Universum verschlucken. Nur solche Universen berleben, in denen der LHC eine Panne hat.